Es wird mündlich behauptet, dass Die Firma Haribo Zwangsarbeiter beschäftigt hat. Stimmt das?

Checked on February 2, 2026
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Executive summary

Mündlich geäußerte Behauptungen, Haribo habe Zwangsarbeiter beschäftigt, beruhen auf Vorwürfen und Einträgen in Berichten aus der öffentlichen Debatte, während das Unternehmen wiederholt erklärt hat, es habe "nachweislich keine Zwangsarbeiter beschäftigt" und deshalb nicht in den Entschädigungsfonds eingezahlt [1] [2] [3]. Recherchen und Medienberichte haben Haribo im Laufe der Jahre in Verbindung mit Verdachtsmomenten, Listen säumiger Firmen und neueren Lieferkettenkritiken gebracht, doch die von den vorliegenden Quellen zitierte öffentliche Dokumentation liefert keinen eindeutigen, veröffentlichten Beweis, der Haribo zweifelsfrei als Arbeitgeber von Zwangsarbeitern während des NS-Regimes identifiziert [4] [5] [6].

1. Historische Vorwürfe und öffentliche Debatte

Ende der 1990er/2000er Jahre tauchte Haribo in der politischen Debatte über NS-Zwangsarbeit auf: das Fernsehmagazin Kontraste und Berichte über eine sogenannte "Schwarze Liste" nannten Haribo unter Firmen, die sich der Stiftungsinitiative zur Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter nicht anschlossen, und es wurde im Bundestag zur Sprache gebracht, dass Haribo der Nutzung von Zwangsarbeit beschuldigt worden sei [4] [1] [7].

2. Haribos wiederholte Position: Abrede und Ablehnung des Fonds

Das Unternehmen hat wiederholt erklärt, es habe "nachweislich keine Zwangsarbeiter beschäftigt" und sich daher geweigert, dem Solidaritätsfonds beizutreten; diese Wortführung erscheint in Firmenmitteilungen und wird in mehreren zeitgenössischen Quellen dokumentiert [1] [2] [3]. Haribo begründete die Ablehnung teilweise mit Einwänden gegen Kollektivhaftung und der Auffassung, dass der Fonds kein angemessenes Instrument sei [3].

3. Medien- und Magazinberichte, Archivrecherchen und offene Fragen

Mehrere Medien und Magazine verweisen darauf, dass Haribo im Jahr 2000 im Bundestag als Firma genannt wurde, der Zwangsarbeit vorgeworfen wurde, und dass die Firma in Publikationen zeitweise unter Verdacht stand; zugleich melden historische Zusammenfassungen, dass Haribo in der Kriegszeit Produktionsrückgänge angab und 2000 erstmals im Verdacht stand, Zwangsarbeiter beschäftigt zu haben [5] [8] [7]. Diese Berichterstattung dokumentiert Vorwürfe und öffentliche Nennung, liefert aber in den vorliegenden Quellen keinen offenkundigen Archivbeleg – etwa personalbezogene Einsatzlisten oder Gerichtsurteile –, der eine klare historische Verurteilung oder abschließende Bestätigung ergibt [5] [4].

4. Neuere Untersuchungen zu Lieferketten und Vorwürfen von Ausbeutung

Zeitgenössische Recherchen und Berichte aus den 2010er/2020er Jahren werfen Haribo Probleme in der Wertschöpfungskette vor: ARD- und Vice-Reportagen beziehungsweise Medienreaktionen behaupteten Vorfälle unfassbarer Ausbeutungsbedingungen bei Zulieferern und vermuteten, Produkte könnten "Spuren von Sklavenarbeit" enthalten; Haribo wies diese Vorwürfe zurück und ließ nach eigenen Angaben Zulieferer prüfen [6] [9]. Diese modernen Recherchen zielen stärker auf Lieferkettenrisiken als auf den Nachweis von Zwangsarbeit im Unternehmen während des Zweiten Weltkriegs, sodass sie eine andere, aber relevante Dimension der Kritik darstellen [6] [9].

5. Bewertung und Transparenzlücken

Die vorhandenen Quellen zeigen eine Mischung aus: öffentlicher Nennung in Debatten über NS-Zwangsarbeit und eine klare Unternehmensabsage an die Vorwürfe sowie Ablehnung der Teilnahme am Entschädigungsfonds [4] [1] [3]. Was fehlt in den hier vorgelegten Unterlagen ist ein veröffentlichtes, gerichtlich oder archivisch verbrieftes Dokument, das Haribo eindeutig als direkten Arbeitgeber von Zwangsarbeitern während 1933–1945 bestätigt; ebenso fehlen in diesen Quellen prozessuale Entscheidungen oder vollständige Archivanalysen, die Schlussfolgerungen zweifelsfrei ermöglichen [5] [7].

Schlussfolgerung

Die Behauptung, Haribo habe Zwangsarbeiter beschäftigt, entspricht einem realen historischen Vorwurf, der öffentlich gemacht wurde und Teil der Debatte um Entschädigungen deutscher Firmen ist; Haribo bestreitet diese Vorwürfe ausdrücklich und verweigerte wiederholt den Beitritt zum Entschädigungsfonds [4] [1] [3]. Die hier vorgelegten Quellen belegen die Existenz von Anschuldigungen und mediale Berichterstattung, liefern aber keinen eindeutigen, veröffentlichten Beweis, der die Behauptung abschließend bestätigt; eine endgültige Antwort erfordert Zugang zu spezifischen Archivdokumenten oder vertiefter historischer Forschung, die in den vorliegenden Quellen nicht vollständig abgebildet ist [5] [7].

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